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Autor Thema: warum in die ferne schweifen denn das gute liegt so nah  (Gelesen 348 mal)

Offline Duce61

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warum in die ferne schweifen denn das gute liegt so nah
« am: September 12, 2017, 02:05:36 Nachmittag »
3.500 km Deutschland Nord-Ost war diesmal unser Urlaubsziel.
Nach Jahren von Motorradurlauben im Norden-und Süden Europas wollten wir endlich mal Deutschland
mit dem Motorrad nur auf der Landstraße erkunden.
Wir haben uns für den Nord-Osten entschieden, da wir hier die meisten Defizite hatten und ich aufgrund meiner
beruflichen Tätigkeit in MeckPom kurz nach der Wende neugierig war wie sich alles „ohne mich“entwickelt hat.

Am 01.08.2017 ging es also leider im Regen los, von Mainz nach Wernigerode in den Harz.
Glücklicherweise wurde das Wetter in Wernigerode wieder sonniger und wir konnten noch am Abend die
wunderschön hergerichtete Altstadt und das Schloss besichtigen.
In einigen Stadtbereichen gibt es noch „wunderbare“ Kopfsteinpflaster-Schüttelstrecken, sodass ich froh war mein
Ducati Fahrwerk auf Touring mit Gepäck und Sozia doch recht komfortabel einstellen zu können.

Auch für einen kurzen Ausflug Richtung Brocken bis zur Rangerstation reichte uns die Zeit.
Unser Hotel war etwas abseits der Innenstadt an einer Skisprungschanze gelegen mit einen schönen Blick auf das Schloss.
Am nächsten Tag ging es dann beschaulicher zu, mit der Dampf-Schmalspureisenbahn auf den Brocken.
Diesen Ausflug, auch wenn nicht mit dem Motorrad, kann ich nicht nur Romantikern empfehlen.
Der Weg ist das Ziel in Reinkultur.

Am Nachmittag ging es dann über Thale, Quedlinburg und Lutherstadt Eisleben nach Leipzig.
Immer dem Lutherjahr auf der Spur.
Eine Landschaftlich schöne Strecke durch sehr gepflegte keine Städte.
Die Sonne empfing uns dann in Leipzig. Wir hatten ein Hotel direkt in der Innenstadt gebucht.
Und die Red Lady durfte sich in der Tiefgarage ausruhen.
Vorweg gesagt, wir haben uns verliebt. Die Stadt hat einfach was….ich nenne Leipzig zukünftig
nur noch das Wien Deutschland.
Hier natürllich das übliche Touriprogramm das überall nach deutscher Wendegeschichte riecht und Respekt vor
den Menschen die das hier trotz aller Gefahren durch- und umgesetzt haben erzeugt.
Nikolaikirche und Thomaskirche, das Gewandhaus,etc. Dann ein Snack in der Fußgängerzone und dann ab ins
Kabarett Academixer, die mich kurz nach der Wende mit ihren extrem bissigen politischen Programm fasziniert haben.

Am nächsten Morgen ging es bei leichten Nieselregen ab in Richtung Spreewald nach Burg.
Hier wurden wir in einem netten kleinen Hotel von der Inhaberin Mandy bestens versorgt.
Hier ist die Zeit abseits der Touristenmetropole Lübbenau ein bisschen stehen geblieben. Aber man muss
auch Lübbenau mal gesehen haben, da es hier viele bekannte Bilder die man mit dem Spreewald verbindet findet.
Das Freiluft Museum in der Nähe von Lübbenau ist besonders zu empfehlen.
Besonders die freundliche Dame an der Kasse die uns sofort anbot unsere Motorradjacken und Helme bei ihr zu lassen
sei besonders erwähnt.
Die typische Kahnfahrt haben wir von Burg- Kauper aus gemacht…..zusammen mit einer sehr fidelen Rentnergruppe aus NRW.
Abend´s dann noch die Drehorte der Spreewaldkrimis angeschaut und dann lecker Schwarzbier Gulasch bei Mandy essen.

Für den nächsten Tag war die Weiterreise in die Hauptstadt geplant.
In Berlin hatten wir ein schönes Hotel direkt am Kurfürstendamm, direkt gegenüber vom KdW…fand meine Frau besonders gut.
Wir haben uns dann gleich auf den Weg zur Friedrichstrasse gemacht und von dort eine Stadtbesichtigung mit dem Schiff unternommen.
Mal was anderes….besonders mit einer Berliner Weiße in der Hand.
Dann ab Richtung Alexanderplatz in das Gerichtsviertel zum Essen in die „Letzte Instanz“. Nach eigenen Angaben die älteste Gastwirtschaft
in Berlin. Wieder ein Revival für mich. Hier war ich das letzte mal 1990 mit meinen Kollegen. Zu Glück hat sich dort seit dem nicht viel verändert.

Von Berlin ging es dann über Oranienburg auf der B96 Richtung Mecklenburger Seenplatte. Vorweg gesagt, die B96 ist für mich eine der
schönsten Alleenstraßen in Deutschland. Traumhaft schön diese Straße mit ihren alten Baumbestand zu erfahren.
Kurz vor Neustrelitz  haben wir die B96 verlassen, um die Müritz in Richtung Waren zu umrunden.
Schöne Strecke durch sehr gepflegte Orte mit immer wieder einen Abstecher an die Müritz
Auch ein Abstecher nach Klink musste sein….mein Hotel nach der Wende an der Müritz. Leider wird es wohl
in den nächsten Wochen gesprengt..
Waren haben wir auf der Hinfahrt erst einmal links liegen gelassen und fahren direkt nach Kittendorf ins Hotel Schloss Kittendorf.
Wir haben Hochzeitstag und es sollte zur Überraschung etwas Besonderes sein.
Eine sehr liebevoll restaurierte Schlossanlage mit einen schönen Schlosspark und guter Küche.
Am nächsten Morgen geht es von hier zu einer Erkundungstour durch die Mecklenburgische Seenplatte.
Über Reutherstadt Stavenhagen,Teterow, Krakow am See und in das schöne Malchow mit seiner schönen
Drehbrücke und lecker Eis. Natur pur. Die Stadt lädt zum Verweilen ein.
Von dort aus dann nach Waren an die schöne Strandpromenade zum Fischessen.
Wer Waren kurz nach der Wende gesehen hat erkennt es kaum wieder, so groß und schön ist die Stadt
inzwischen geworden.

Am nächsten Morgen ging es dann es über Demin, Richtung Anklam, auf jeden Fall anschauen, nach Usedom die
berühmten Kaiserbäder anschauen.
Wunderschöne klassizistische Villen fordern eine Pause und dann ab wie nix auf die Seebrücken der einzelnen Seebäder.
Eins sei noch jeden Reisenden empfohlen…..ein Radarwarner ist in Ostdeutschland ein absolutes „Must Have“. Hier wird
an jeder Stelle geblitzt und teilweise gut getarnt. Ich denke das ich ohne Radarwarner einen sehr teuren Urlaub verbracht
hätte.
Wir fahren bis zum Ende von Usedom, Peenemünde das V2 Museum besuchen.
Dann geht es über Wolgast und Greifswald nach Stralsund.
Hier übernachten wir in einen Bikerhotel direkt in der Innenstadt und verbringen einen
schönen Abend mit zusammen mit einen Harleyfahrer
Pflichtprogramm die Besichtigung der Gorch Fock I.
Für alle ehemaligen Hansestädte gilt…..einfach schön und sehenswert geworden.
Dann geht es weiter noch Rügen.
Hier werde ich mit Sicherheit einen meiner nächsten Urlaube verbringen. Binz hat es mir angetan.
Ich muss zugeben als Nordsee Fan habe ich meine Meinung inzwischen deutlich Richtung Ostsee verändert.
Auf urigen Kopfsteinpflaster auf kleinen Landstraßen dann Richtung Saßnitz zu den Kreidefelsen.
Weiter geht es dann zurück über Bergen der Küste entlang nach Rostock.
Die Ostsee im“ ehemaligen Osten“ hat m.E. den westdeutschen Seebädern eindeutig den Rang abgelaufen.
Klar, alles frisch renovierte alte Bausubstanz gegen Klinker und Plattenbau. Wir haben uns hier sehr wohl gefüht.
In Rostock angekommen hatten wir ein Hotel direkt am Hafen und gerade rechtzeitig die Hanse Sail 2017. Wir verbringen den Abend
damit den einlaufenden Großseglern zuzuschauen und Störtebecker Bier zu trinken.
Über Warnemünde und Bad Doberan (sehr sehenswert) geht es an die 2.Perle für mich an der Ostsee….nach
Kühlungsborn. Ein Abstecher hierher lohnt auf jeden Fall.
Weiter über die Insel Poel nach Wismar mit seiner malerischen Innenstadt in die Landeshauptstadt Schwerin.
Tolles Wetter im Schlosspark direkt am See beenden einen erlebnisreichen Tag.
Am nächsten Tag Dauerregen….wir beschließen über Lübeck Richtung Kiel zu fahren.
Kurzer Abstecher nach Scharbeutz und Fehmarn, aber im Regen macht es einfach keinen Spaß.
In Kieler Verkehrschaos finden wir dann endlich unser Hotel „Waffenschmiede“ direkt am Nord-Ostsee Kanal.
Beim Abendessen und Frühstück hat man einen tollen Blick auf die Schiffe in der meist frequentieren Wasserstraße Europas.

Da das Wetter nicht besser wird, beschließen wir den Scheitelpunkt unserer Reise direkt anzufahren und fahren über die
Plöner Seenplatte nach Büsum.
Vollkommen durchnässt erreichen wir Büsum und unsere Ferienwohnung in der wir 1 Woche relaxen wollen.
Wir verbringen hier eine schöne Woche mit nur wenigen Touren nach Husum, St.Peter Ording und nach
Friedrichstadt (sehr sehenswert – Klein Amsterdam).
Büsum hat sich sehr positiv entwickelt, aber mir fehlt das Meer, auch wenn es alles paar Stunden wiederkommet.
Mit ein Grund warum es mir an der Ostsee einfach besser gefallen hat, Außerdem gibt es hier die Bausünden die
man im Osten nicht findet.
Das Wetter schlägt wieder um.
Also anders als geplant direkter Rücksturz nach Mainz mit nur einer einzigen Pause an der Northeimer Seenplatte
um dort die beste Currywurst an der A7 zu genießen.
Eigentlich wollten wir noch nach Bremen und in das Weserbergland aber nicht
bei diesen Wetter. In Mainz angekommen sind wir dann kaum noch von unserer Multistrada runter gekommen,lach.
Die Multi hat sich tapfer geschlagen und ist nicht nur ein verkapptes Superbike, sondern auch ein angenehmer Tourer der
auch gleiten kann.
Mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,6l auch sehr sparsam. Allerdings habe ich jetzt einen eckigen Hinterreifen, lach.
Wie soll ich das nur meinen Freunden erklären?
....aber Geschwindigkeit war Macht, war Schönheit, war reines Glück
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Multistrada 1200 S ab März 2015

Online Diventreiber

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Antw:warum in die ferne schweifen denn das gute liegt so nah
« Antwort #1 am: September 12, 2017, 08:17:34 Nachmittag »
Hallo Duce61
und vielen Dank für diesen schönen Bericht.
Du hast völlig recht, dieser schöne Landstrich wird sehr vernachlässigt, vielleicht weil wir zu wenig Zeit zum schauen haben und einfach nur Kurven Kurven Kurven suchen.
Ich war kurz nach der Wende an der Müritz und wollte immer wiederkommen, es hat leider bis heute nicht geklappt.
Danke, daß Du mich erinnert hast!
FG
Andreas

Offline Silver-SVR

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Antw:warum in die ferne schweifen denn das gute liegt so nah
« Antwort #2 am: September 13, 2017, 06:21:38 Vormittag »
Absolut Klasse Bericht.  :)
Macht Spaß zum lesen, aber auch Lust mal in die "Ecke" zu fahren.  :D :D :D


Grüße,

Robert
"...if they don't have a Multistrada in HEAVEN ....I'm not going."

Offline Daniel-36

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Antw:warum in die ferne schweifen denn das gute liegt so nah
« Antwort #3 am: September 13, 2017, 02:26:12 Nachmittag »
Toller Bericht !
Als Südländer kommt man da gar nicht hin, würde mich aber reizen. Vielleicht nächstes Jahr. Wie war denn das Verkehrsaufkommen im August ?

Sonnige Grüße
Thomas

Offline Bitchone

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Antw:warum in die ferne schweifen denn das gute liegt so nah
« Antwort #4 am: September 13, 2017, 05:39:36 Nachmittag »
Klasse Bericht, Danke dafür.
Und ja, oft genug möchte ich auch einfach mal meine Tasche packen, mich auf den Bock setzen und einfach durch die Lande ziehen. Einfach mal ne große Deutschlandtour, denn bei uns gibt es eben auch richtig schöne Ecken. Und wenn man genauer sucht, auch paar nette Kurven. Wird wohl so bald nix mehr werden, jetzt als frisch gebackener Familienvater. Naja, vielleicht gönne ich mir die Auszeit trotzdem irgendwann mal  ;)
BG, Andreas

Husky 610TE; Monster 900; 900ie; 1000ie; KTM 950 ADV-S; Hyper 1100; MTS 1200-S; GSA K51; GS K50; KXF 450 & Multi Enduro

Offline Duce61

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Antw:warum in die ferne schweifen denn das gute liegt so nah
« Antwort #5 am: September 13, 2017, 10:12:12 Nachmittag »
Toller Bericht !
Als Südländer kommt man da gar nicht hin, würde mich aber reizen. Vielleicht nächstes Jahr. Wie war denn das Verkehrsaufkommen im August ?

Sonnige Grüße
Thomas

Kein Thema, ist viel zu großflächig für viel Verkehr.
Nur an der Küste sollte eine Übernachtungsmöglichkeit immer im Voraus gebucht werden
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Antw:warum in die ferne schweifen denn das gute liegt so nah
« Antwort #5 am: September 13, 2017, 10:12:12 Nachmittag »
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