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Autor Thema: Nach drei FJR nun V4S  (Gelesen 369 mal)

Offline RoCa1905

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Nach drei FJR nun V4S
« am: Oktober 26, 2026, 01:05:02 Vormittag »
Hallo liebe Multistrada-Gemeinde,

nachdem ich nun schon einige Jahrzehnte auf zwei Rädern unterwegs bin, möchte ich mich hier einmal vorstellen:

Motorräder begleiten mich, seit ich 15 bin. Angefangen hat alles mit einer Zündapp Bergsteiger, später kamen unter anderem Kawasaki, Z900, Honda Bol d’Or und später dann diverse Supersportler wie GSXR, FZR und CBR dazu. Irgendwann wurde es dann etwas tourentauglicher, und ich bin bei der Yamaha FJR1300 gelandet\. Insgesamt hatte ich inzwischen drei FJR – und bin zwischendurch immer wieder zu ihr zurückgekehrt.

Ganz ohne Seitensprünge ging es natürlich nicht. Eine Harley-Davidson Breakout durfte es zwischenzeitlich auch sein, und danach habe ich mein Glück mit einer BMW K 1600 GT versucht. Ein tolles Motorrad, zweifellos, aber am Ende hat mich auch das nicht dauerhaft von der FJR weggebracht. Irgendwie bin ich immer wieder bei diesem kultivierten, souveränen Sporttourer gelandet.

Nun steht allerdings ein neues Kapitel an: Ich habe meine FJR eine nagelneue Ducati Multistrada V4S eingetauscht.

Der Auslöser war eine Probefahrt, nach der ich ziemlich begeistert war.  Diese Leichtfüßigkeit, mit der sich die Multistrada bewegen lässt, gerade auf engeren und kurvigen Landstraßen, war im direkten Vergleich zur FJR schon beeindruckend. Also dachte ich mir: Warum nicht noch einmal etwas Neues ausprobieren?

Mittlerweile habe ich die ersten gut 600 Kilometer mit der Ducati hinter mir – und bin ehrlich gesagt noch etwas hin und hergerissen.

Auf der einen Seite ist die Multistrada eine fantastische Maschine. Sie fühlt sich deutlich leichter und handlicher an als die FJR, lässt sich spielerisch durch enge Kurven dirigieren und bietet mit ihrer aufrechten Sitzposition einen deutlich angenehmeren Kniewinkel. Gerade bei längeren Touren dürfte sich das durchaus bemerkbar machen.

Auf der anderen Seite vermisse ich aber schon jetzt etwas, das die FJR für mich immer ausgezeichnet hat: diese kultivierte Geschliffenheit, die souveräne Laufruhe und die fast schon distinguierte Art, mit der sie ihre Leistung auf die Straße bringt. Die Multistrada tritt da ganz anders auf. Der V4 ist ein echtes Kraftpaket, aber mechanisch deutlich präsenter, rauer und von stark spürbaren Vibrationen begleitet. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, ist aber eben eine ganz andere Art des Motorradfahrens, an die ich mich offenbar erst noch gewöhnen muss.

Was mich an der Multistrada besonders freut, ist natürlich, dass ich jetzt eine derart moderne Maschine fahren darf. Wenn man bedenkt, dass die FJR konstruktiv inzwischen fast ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat, ist das schon ein gewaltiger Sprung in die Gegenwart. Gleichzeitig bin ich allerdings erstaunt, wie wenig Möglichkeiten mir diese moderne Technik an manchen Stellen tatsächlich bietet.

Ein Beispiel ist Apple CarPlay. Ich hätte es ausgesprochen praktisch gefunden, mein iPhone einfach auf dem Display spiegeln und die gewohnten Anwendungen nutzen zu können. Das ist aber leider nicht möglich. Stattdessen bleibt einem die Ducati-eigene Navigationslösung, die ich persönlich bislang nicht wirklich überzeugend finde. Da hätte ich mir von einem so modernen Motorrad deutlich mehr erwartet.

Überhaupt frage ich mich manchmal, ob ich all die Technik, die in der V4 S steckt, tatsächlich brauche. Die Radar-Elemente beispielsweise sind für mich ein wenig die Antwort auf eine Frage, die ich nie gestellt habe. Aber gut, vielleicht lerne ich ihre Vorzüge ja noch zu schätzen, wenn ich mich erst einmal länger mit der Maschine beschäftigt habe.

Es gibt natürlich auch viele Dinge, die mir ausgesprochen gut gefallen. Die hinterleuchteten Armaturen etwa finde ich richtig gelungen. Überhaupt ist die Multistrada ausgesprochen liebevoll verarbeitet und macht auf mich einen sehr soliden, hochwertigen Eindruck.

Was ich hingegen vermisse, ist eine vernünftige Ablagemöglichkeit für die kleinen Dinge des Alltags. Dieses Minifach für das Handy ist zwar nett gemeint, aber mein iPhone 15 Plus bekomme ich gerade so hinein – und anschließend nur mit einiger Mühe wieder heraus. Unter der Sitzbank sieht es mit zusätzlichen Ablagemöglichkeiten noch nicht mal bescheiden aus.

Vielleicht bin ich da auch noch zu sehr von der FJR geprägt, bei der manches zwar weniger spektakulär, dafür aber einfach praktisch gelöst ist. Die Multistrada begeistert mich jedenfalls mit ihren fahrerischen Qualitäten, lässt mich bei einigen Details aber durchaus mit einem Fragezeichen zurück. Moderne Technik ist eben nicht automatisch in jeder Hinsicht ein Fortschritt.

Ob ich mich dauerhaft mit der Ducati anfreunden werde, kann ich deshalb noch nicht mit letzter Sicherheit sagen. Vielleicht werde ich ja doch irgendwann wieder bei einer FJR landen. Neu gibt es sie bekanntlich nicht mehr, aber der Gebrauchtmarkt bietet ja reichlich Auswahl. Eine späte RP28 mit elektronischem Fahrwerk, guter Ausstattung und wenig Kilometern wäre durchaus eine reizvolle Alternative … .

Was ich an der FJR immer geschätzt habe, ist ihre sprichwörtliche Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Die Maschinen scheinen bei vernünftiger Pflege beinahe unverwüstlich zu sein. Und genau das hoffe ich natürlich auch von der Ducati und war wesentlicher Kaufgrund. Immerhin hat die Multistrada V4 S im bekannten 100.000 Kilometer-Dauertest eindrucksvoll gezeigt, dass sie auch auf lange Sicht einiges wegstecken kann.

Jetzt werde ich erst einmal weiter Kilometer sammeln, die Ducati besser kennenlernen und schauen, wohin die Reise geht. Vielleicht werde ich ja noch zum überzeugten Multistrada-Fahrer – und falls nicht, weiß ich wenigstens, dass es da draußen noch genügend schöne FJR gibt.

Ich freue mich auf den Austausch mit euch, eure Erfahrungen mit der Multistrada und natürlich auch auf den einen oder anderen Tipp für die ersten Kilometer auf der fantastischen Multistrada!


Herzliche Grüße und allzeit gute Fahrt!

Offline Noppie

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Antw:Nach drei FJR nun V4S
« Antwort #1 am: Oktober 26, 2026, 08:01:24 Vormittag »
Herzlich willkommen im Forum! Ich selbst bin vor einem Jahr von einer FJR auf eine Multi V4S umgestiegen. In den letzten 24 Jahren besaß ich vier verschiedene FJRs und bin insgesamt 44 Jahre lang ausschließlich 4-in-Reihe Motorräder gefahren. Auch ich musste mich erst an die Laufkultur der Ducati gewöhnen, aber das hat wunderbar geklappt. Ich finde, es ist eine großartige Maschine und ich möchte keine FJR mehr, obwohl ich sie 24 Jahre lang mit großer Freude gefahren bin.
Was Apple CarPlay angeht, kann ich die App aus diesem Thread empfehlen: https://multistrada.eu/index.php?topic=16048.0. Sie befindet sich zwar noch in der Entwicklung, aber ich bin überzeugt, dass sie eine großartige Alternative darstellt.
« Letzte Änderung: Oktober 26, 2026, 08:03:48 Vormittag von Noppie »

Offline Silver-SVR

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Antw:Nach drei FJR nun V4S
« Antwort #2 am: Oktober 26, 2026, 09:34:07 Vormittag »
Hallo "RoCa1905",

willkommen im Forum :-)

Schöne Historie von Dir und Deinem Motorrad-Leben.  :^
Hast auch schon mal paar Sachen aufgeführt, was in den schon gefahrenen Kilometern gut, schlecht und gewöhnungsbedürftig ist. Musste darüber lachen.  :D Der Grund ist, weil vieles so war wie bei mir mit der V4.
Kurz geschrieben: heutzutage wird so viel modern gemacht, ..... aber eher aus dem Grund dem Käufer paar tausender mehr abzunehmen, als das praktische in den Vordergrund zu stellen. Leider, werden inzwischen bei den Herstellern Leute eingestellt die nicht mal einen Motorrad-Führerschein besitzen. Sind aber: jung, haben Ideen, ..nur das Endprodukt ist meistens schlecht, wie Navi-Systeme, Geräte-Spiegelung, Bedienbarkeit usw. Und das bei vielen Marken. Dazu kommt noch die zu einhaltenden EU-Normen und weiteres. Somit kannst schon mal vergessen, "wie es früher war"  :)  Wichtig ist: Deine V4S läuft zuverlässig und ohne Probleme. Man gewöhnt sich auch an die nicht perfekten Sachen oder die nicht so sind wie man gedacht hat. (Ducati-Motor, wenig Stauraum, Navi-Lösung.
Das wird schon und somit, weiterhin viel Spaß.
"...if they don't have a Multistrada in HEAVEN ....I'm not going."
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1200 + V4 PP Multistrada

Offline Bollene

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Antw:Nach drei FJR nun V4S
« Antwort #3 am: Oktober 26, 2026, 10:18:42 Vormittag »
Hallo und Willkommen im Forum.

ich komme auch von der FJR (hatte zwei, 185.000KM und 125.000 KM) und habe über eine Tracer 09 (170.000Km) zur Multi V4S gefunden.
Die Yamaha Motos sind unglaublich zuverlässig, ich bin niemals wg mechanischen Problemen liegen geblieben.
Eine FJR ist wirklich ein super Langstrecken Gerät, nur halt etwas in die Jahre gekommen.
Ich benutze bei der Multi auf langen Strecken als Unterstüzung Radar und Tempomat mit wachsender Begeisterung.
Eine wirkliche Erleichterung sowie das moderne Fahrwerk der Multi im Vergleich zur FJR.
Die Navi Lösung der Ducati ist kein Ruhmesblatt für Borgo Panigale, absolut schwache Lösung.

Mal sehen, was du im Laufe der Zeit zur Multi berichten wirst.

Grüssle
Jojo

Offline Ductor

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Antw:Nach drei FJR nun V4S
« Antwort #4 am: Oktober 26, 2026, 12:57:59 Nachmittag »
Servus "RoCa1905",

das nenn' ich 'mal eine Vorstellung ...  :^

Ich hatte nach einer Monster S4 zuletzt viele Jahre eine XJR 1300SP (offen) gefahren - wie Du schon schriebst, extrem zuverlässig und fast keine Arbeit erforderlich.
Trotzdem erfreue ich mich nun an der wirklich charakterstarken Multi, und dies weit mehr als erhofft.
Dazu das Design und Handling, dass ich vorher von unseren "Eisenhaufen" ohne ABS etc. kaum kannte.
Zudem jetzt eine Sitzposition, die scheinbar vom Physiotherapeuten entwickelt wurde.

Über die elektronischen Add-Ons für Fahrwerk, Sicherheit und Spässe kann man tatsächlich geteilter Meinung sein, aber nach den Jahren mit "ohne Alles" bin ich doch sehr froh, jetzt das eine oder andere davon zu haben und hoffentlich nie zu brauchen...

Dir stets gute Fahrt und auf super Jahre mit Deiner Multi!

Grüsse aus Franken
Florian   
Das Beste kommt zum Schluss! 🤩👍

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Antw:Nach drei FJR nun V4S
« Antwort #4 am: Oktober 26, 2026, 12:57:59 Nachmittag »
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